Imkerverein Wien Floridsdorf

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Das Bienenjahr

Ihr habt euch sicher schon informiert in Büchern/Internet oder vielleicht einen Kurs besucht und seid zu der Erkenntnis gekommen, dass sich die Dinge widersprechen. Jedes Buch, jede Internetseite verspricht eine andere supertolle Art der Bienenhaltung, doch wie soll man nun als Anfänger wissen, was richtig ist? 

Das wichtigste hierbei ist die Erkenntnis: Viele Wege führen zum Ziel! Es gibt nicht den einen Richtigen. Wichtig ist nicht auf welche Art ein Ableger gemacht wird oder ein Flugling, oder welche Form der Varroabehandlung angewandt wird. Wichtig ist, dass ihr euch für eine der Möglichkeiten entscheidet und diese dann konsequent durchführt. 

Hier ist nun ein Beispiel von verschiedenen Arbeiten, die im Bienenjahr anfallen. Bilder dazu werden folgen!!

Jänner - März

Solange die Sonne nicht warm genug ist und noch mit Frost in den Nächten zu rechnen ist, sollte man auf größere Eingriffe im Bienenvolk verzichten. 

Dennoch können wir einige Dinge für unsere Bienen tun: Zum Beispiel das Flugloch kontrollieren, ob es frei von toten Bienen ist und notfalls den Boden auskehren. Wichtig ist auch eine Futterkontrolle, die man durch leichtes Anheben des Stockes kontrollieren kann oder auch bei warmen Wetter durch einen Blick durch die Plastikabdeckung. 

Da auch jetzt noch mit Kaltwetterperioden gerechnet werden muss, sollte man immer darauf achten, dass die Bienen genug Futter haben und notfalls mit Futterteig auffüttern. Allerdings sollte eine Fütterung mit Futterteig IMMER eine Notfütterung sein. Der Imker sollte sein Volk schon im Sommer so weit auffüttern, dass solche Eingriffe in der kalten Jahreszeit vermieden werden.

Ende März - Anfang April

Wenn nun das Wetter anhält, kann man an einen schönen warmen sonnigen Tag (bei T-Shirt-Wetter) durchaus mal einen Blick in die Bienenvölker werfen. Allerdings sollte man zu lange Öffnungen vermeiden, da die Nächte noch sehr kalt sind, und die Bienen nach der Störung durch uns erst wieder den gesamten Stock auf Betriebstemperatur bringen müssen. 

Was können wir nun tun: Dort, wo die Bienen sitzen, eine Wabe herausziehen und auf Brut kontrollieren. Ist Brut vorhanden, die auch noch gleichmäßig schön verteilt ist, können wir sicher sein, dass auch Ihre Majestät die Königin den Winter überstanden hat. 

Sollte das Volk weisellos sein, so müssen wir es mit einem anderen starken Volk vereinigen. Ist es bereits drohnenbrütig, so wird es in einiger Entfernung von Stock abgekehrt und der Stock entfernt. Die drohnenbrütigen Weibchen können aufgrund der Schwere ihrer Eierstöcke nicht fliegen, die Flugbienen jedoch betteln sich bei anderen Völkern ein. Es ist sinnvoll, das Ganze an einem schönen warmen sonnigen Tag zu machen, damit die Flugbienen genug Zeit zum Sammeln haben, denn mit einer vollen Honigblase wird man als Gast in einem anderen Volk gerne willkommen geheißen.

Extrem schwache Völker werden über einem Absperrgitter auf ein starkes Volk für ein paar Wochen aufgesetzt. Hat es an Stärke gewonnen, werden die beiden Völker wieder getrennt. Dabei verbleibt das schwächere obere Volke am Platz, damit es mit den Flugbienen verstärkt wird und das stärkere Volk wird weggestellt.

Imkert man mit Flachzargen und entdeckt, dass die untere Zarge leer ist, kann man diese entfernen und das Volk einengen. Auf diese Weise bekommt man auch die alten Waben sehr einfach raus. Auch ein Zargentausch ist möglich, jedoch sollte man immer darauf achten, das Brutnest nicht zu zerstören.

Sehen wir, dass das Volk fleißig Pollen einträgt und genug Honig vorhanden ist, können wir uns beruhigt zurück lehnen, auf schönes Wetter in nächster Zeit hoffen und den Bienen beim Fliegen zusehen.

Winterarbeiten um 1890

In einer Ausgabe des Bienenvaters vom Jahre 1890 habe ich festgestellt, dass das Thema Auswintern auch damals schon aktuell war. 
Der Verfasser betont in nebenstehenden Artikel wie wichtig "größte Reinlichkeit vor dem Bienenstand" sei. "Der im Winter gefallene Schnee wird weggeräumt, damit bei eintretender warmer Witterung der Platz vor dem Bienenstand besser trocknet"! Besser könnte man es auch heute nicht sagen.

April

Wird das Wetter nun endlich besser, geht es sehr schnell. Kaum stehen die Bäume in Blüte, wird in Windeseile eingetragen. Nun ist die Zeit zum Aufsetzen des Honigraums gekommen. Verpasst man den richtigen Zeitpunkt, wird das Volk schnell in Schwarmstimmung kommen. Das gilt es zu vermeiden, da noch nicht genug Drohnen vorhanden sind um eine mögliche neue Königin ausreichend zu begatten.

Mai - Juni

Nun steht alles in Blüte und es wird richtig warm. Jetzt beginnt die Hauptzeit der Bienenarbeit. 

Es ist auch an der Zeit, sich eine wichtige Frage zu stellen: Möchte man seine Völker vermehren oder nicht? Dementsprechend muss man seine Völkerführung anpassen.

Hier nun zwei von unzähligen Möglichkeiten:

Flugling

Sehen wir, dass ein Volk Weiselzellen baut, in denen bereits Prinzessinnen heran wachsen, so ist höchste Alarmstufe. Die Weiselzellen auszubrechen ist gefährlich, da man leicht welche in versteckten Ecken übersieht; außerdem unterbindet man damit nicht die Schwarmstimmung des Volkes. 

Einfacher ist ein Flugling. Hier dazu ein mögliches Beispiel:

Auf dem Boden wird eine leere Zarge gestellt mit Mittelwänden, einer Honigwabe und zwei Brutwaben, darunter eine mit Eiern. Darüber kommt ein Zwischenboden mit Flugloch und darüber das restliche Volk mit der Königin. 

Was passiert nun: Die Flugbienen fliegen aus dem oberen Teil aus und in den gewohnten Eingang unten wieder ein. Nach einer Weile wird ihnen bewusst, dass die weisellos sind und sie beginnen eine neue Königin zu ziehen. 

Die Königin im Muttervolk darüber hat nun alle Flugbienen verloren und kann nicht mehr schwärmen. Die Bienen werden alle Weiselzellen wieder abbauen.

Nach zehn Tagen werden die beiden Völker mit einem Zeitungspapier wieder vereinigt.

Ableger

Möchte man die Völker vermehren, so kann man auf verschiedene Weise Ableger bilden. Dafür nimmt man zwei bis drei Brutwaben, eine Pollenwabe und ein bis zwei Honigwaben in eine Ablegerkiste oder in eine Zarge auf einen neuen Boden. Die Königin verbleibt im alten Volk. Der Ableger wird an einem anderen Ort verbracht. Möchte man ihn am selben Stand stehen lassen, sollte man so viele Bienen wie möglich hinein kehren, da er alle Flugbienen verlieren wird. So ist er trotzdem nicht geschwächt. 

Der Ableger kann sich nun eine Königin selbst ziehen, wenn man eine Brutwabe mit Eiern eingehängt hat oder man kann nach ein paar Tagen eine Königin zusetzen.


Königinnenzucht

Zubehör Königinnenzucht

Jeder Imker kann sich auf einfachen Weg seine Königinnen selbst ziehen. Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der Imkerschule Wien werden derzeit Kurse zur Königinnenzucht angeboten, deren Besuch sich wirklich lohnt.

Eine tolle und ausführliche Beschreibung gibt es auf der Homepage des Züchters  Heinz Strohmer

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man muss nicht viel Geld für den Kauf von Reinzuchtköniginnen investieren und man hat immer ein Set an Königinnen zur Verfügung, das man den Ablegern zusetzen kann. Diese ersparen sich somit die Aufzucht und wachsen viel schneller und stärker. 

  



Juli-August


Hier folgen nach und nach die Themen:

- Schleudern

- Varroabehandlung

- Auffütterung

- Einwinterung